Was jahrelang nicht möglich war, soll nun umgesetzt werden: Der dichte Bewuchs am Rheinufer in Frei-Weinheim soll zurückgeschnitten werden, damit wieder freie Sicht auf den Rhein entsteht. Seit vielen Jahren wünschen sich Frei-Weinheimer Bürgerinnen und Bürger, dass der starke Bewuchs rechts der Hafenmole, im Bereich der Jungaue und des Entenhafens, entfernt oder zumindest deutlich zurückgeschnitten wird.
In der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses legte die Stadtverwaltung nun ein Entwicklungskonzept für die Jungaue vor. Unter dem Punkt BA4 werden darin sogenannte „Sichtachsen zum Rhein“ vorgeschlagen. Konkret bedeutet dies, den sehr dichten Baum- und Buschbestand gezielt auszulichten und den starken Bewuchs im Uferbereich zurückzuschneiden. Der Vorschlag wurde von allen Fraktionen ohne Gegenstimme angenommen.
Warum dieser Sinneswandel? Ich erinnere mich noch gut an eine Ortsbegehung des Umweltausschusses vor etwa sechs oder sieben Jahren. Damals hatte die Stadt auf Initiative der CDU ein Fachunternehmen damit beauftragt, ein Gutachten über die sinnvolle Entwicklung genau dieses Bereichs zu erstellen. Das Ergebnis war eindeutig: Der Gutachter empfahl, den Wildwuchs deutlich zurückzuschneiden und den Baumbestand auszulichten, um Sichtachsen zum Rhein zu schaffen.
Bei der damaligen Ortsbegehung sprachen sich Vertreter von FWG und Grünen gegen einen solchen Eingriff in den Uferbereich aus. Bei der anschließenden Abstimmung unterstützten auch die Ausschussmitglieder der SPD diese Haltung. Der entsprechende CDU-Antrag fand damit keine Mehrheit.
Umso bemerkenswerter ist, dass nun alle Fraktionen einem Konzept zustimmen, das in diesem Punkt einen sehr ähnlichen Ansatz verfolgt. Was hat zu diesem Umdenken geführt? Wurde der Wunsch nach einem freien Blick auf den Rhein bei den Gesprächen mit den Bürgerinnen und Bürgern in Frei-Weinheim immer wieder angesprochen? Haben sich die Rahmenbedingungen oder die fachliche Bewertung inzwischen verändert?
Unabhängig von den Gründen ist eines erfreulich: Ein seit vielen Jahren geäußerter Wunsch aus Frei-Weinheim hat nun gute Chancen, endlich umgesetzt zu werden – und der Rhein könnte an der Jungaue wieder stärker ins Blickfeld rücken.
