Was muss ich am Samstag in der Allgemeinen Zeitung lesen? Die FDP ist gegen eine Gefahrenabwehrverordnung für die Stadt Ingelheim, fordert aber gleichzeitig Maßnahmen, um beratungsresistente Hundehalter dazu zu bringen, ihre Hunde während der Brut- und Aufzuchtzeit (Februar bis Juni) an der Leine zu führen und darauf zu achten, dass die Hundehaufen nicht überall hinterlassen werden.
Das ist eine Überraschung, da die Mitglieder der FDP leider keine Zeit hatten, am städtischen Workshop zum Thema „Diskussion des Vorschlags einer Gefahrenabwehrverordnung“ teilzunehmen. In der Presseerklärung vom Freitag, den 11. Mai 2018, erklärt die FDP, dass der Vorschlag der CDU für eine Gefahrenabwehrverordnung „weit über das Ziel hinaus schieße“. Es bleibt unverständlich, warum man nicht die Chance genutzt hat, um im besagten Workshop die eigene Meinung einzubringen und aktiv an der Diskussion teilzunehmen.
Der Hinweis der FDP, dass das Problem der freilaufenden Hunde in der Gemarkung angegangen werden muss, ist nicht neu. Bereits am 23. Februar des letzten Jahres habe ich eine entsprechende Anfrage im Stadtrat gestellt. Das Problem bleibt jedoch ungelöst, solange keine klaren Regelungen festgelegt sind. Ohne eine entsprechende Verordnung ist das Ordnungsamt machtlos. Erst wenn ein Hund wildert, kommt das Landesjagdgesetz zur Anwendung. Der oft geäußerte Wunsch, Hunde während der Brut- und Aufzuchtzeit an der Leine zu führen, ist zwar gut gemeint, kann aber mangels einer verbindlichen Verordnung nicht eingefordert werden.
Besonders ärgerlich ist für mich, dass der Löwenanteil aller Hundebesitzer sich verantwortungsvoll verhält. Nur ein kleiner Teil der Hundebesitzer lässt ihre Tiere frei herumlaufen oder kümmert sich nicht um die Hinterlassenschaften ihrer Hunde. Genau diese wenigen müssen bestraft werden, um den verantwortungsvollen Hundebesitzern und der Allgemeinheit gerecht zu werden. Wir sollten nicht die gesamte Hundebesitzergemeinschaft über einen Kamm scheren, sondern gezielte Maßnahmen ergreifen, um die tatsächlichen Probleme anzugehen.
Es ist an der Zeit, dass alle Fraktionen im Stadtrat konstruktiv zusammenarbeiten und Lösungen finden, die sowohl den Bedürfnissen der Hundebesitzer als auch dem Schutz unserer Tierwelt und der Bürger dienen. Eine klare und umsetzbare Regelung ist notwendig, um die bestehenden Probleme anzugehen und eine verantwortungsvolle Hundehaltung in unserer Stadt zu fördern.


