Im Rahmen des Umbaus der Bushäuschen im Stadtgebiet wurde im Bau- und Planungsausschuss der Wunsch von Seiten der Grünen geäußert, alle Dächer der Bushäuschen zu begrünen. Ich selbst bin, wie auch die Anderen Ausschussmitglieder der CDU, zunächst davon ausgegangen, dass diese Begrünung auf natürlichem Wege erfolgen soll, also etwa durch Wildaussaat oder ähnliche Maßnahmen, die wenig kostenintensiv und pflegeleicht sind.
Im vorletzten Bau- und Planungsausschuss wurde jedoch von der Stadtverwaltung klargestellt, dass dies nicht der Fall ist. Stattdessen bepflanzt ein Gartenbaubetrieb die Dächer der Bushäuschen von Hand und übernimmt auch die jährliche Pflege dieser Begrünung. Für die einmalige Anpflanzung zahlt die Stadt Ingelheim pro Bushäuschen 3.100,- €. Die jährlich anfallenden Folgekosten sind bislang noch nicht bekannt.
Was mich zusätzlich beschäftigt: Es gibt bisher keine Informationen darüber, ob die bepflanzten Dächer im Sommer bewässert werden oder in einem heißen Sommer einfach vertrocknen. Sollte Letzteres eintreten, müssten im Folgejahr neue Pflanzen eingesetzt werden, was erneut Kosten verursachen würde.
Ein weiterer Aspekt ist die statische Belastung. Um das zusätzliche Gewicht von Erde und Substrat zu tragen, benötigen die Bushäuschen eine deutlich stabilere Bauweise. Laut Angaben der Stadtverwaltung kostet ein normales Bushäuschen rund 19.000,- €, während die Version mit begrüntem Dach etwa 25.000,- € pro Stück kostet.
Wenn ich mir nun vor Augen halte, dass wir in Ingelheim etwa 140 Bushaltestellen haben, wobei nicht alle mit einem Bushäuschen ausgestattet sind, dann ergibt sich dennoch ein beachtlicher Gesamtbetrag. Das gibt mir zu denken, besonders in Zeiten, in denen wir alle mit unseren Ressourcen verantwortungsvoll umgehen sollten.


