Die Grundstraße ist die wichtigste Verbindung zwischen Ober und Nieder-Ingelheim. Vor einigen Jahren wurden rechts und links Parkflächen eingezeichnet, mit dem Ziel den Verkehr zu verlangsamen. In der Praxis hat es sich aber gezeigt, dass diese Parkflächen den Ehrgeiz mancher Hobbyrennfahrer geweckt haben. Auch kommt es immer wieder zu kritische Fahrzeugbegegnungen und unnötigen Verkehrsstaus verbunden mit Abgasen und Lärm.

Wir von der CDU haben daraufhin eine fünfköpfige Arbeitsgruppe gebildet, die den Verkehr auf der Grundstraße analysierte. Es zeigte sich recht schnell, durch kleine Korrekturen der Parkflächen, konnte das Problem deutlich entschärft werden. Ich stellte einen entsprechenden Antrag im Stadtrat, der aber sofort abschlägig beurteilt wurde, da es den Ratsmitgliedern nicht zusteht, verkehrstechnische Vorschläge zu unterbreiten. Stattdessen wurde ein externes Fachbüro beauftragt. Es dauerte zwei Monate kostete eine Menge Geld und als Ergebnis kam genau der gleiche Vorschlag raus.

In den letzten zwei Jahren fanden regelmäßig Workshops statt, in denen ein neuer Busfahrplan und neue Buslinien geplant wurden. Jede Stadtratsfraktion war in diesem Workshop vertreten. Mein Spruch „Soll der ÖPNV vom Kunden angenommen werden, muß der Bus zum Kunden kommen und nicht umgekehrt“.

Ich habe einen langen Atem benötigt, um alle anderen Workshop-Mitglieder davon zu überzeugen, dass der Bus zum Beispiel in West nicht nur auf der Rheinstraße und der Bingerstraße verkehren darf. Der Stadtbus fährt nun ab 2019 durch die Wohngebiete. Die lange geforderte Anbindung des Mehrgenerationenhauses an das Stadtbusnetz wird nun Realität. Ab 2019 fahren die Busse durch die Kiefernstraße zum Mehrgenerationenhaus und durch die Rembrandtstraße und die Königsbergerstraße wieder auf die Bingerstraße. Eine andere Linie fährt in West von der Binger Straße ab durch die Weimarer Straße, die Posener Straße und wieder zurück auf die Bingerstraße. Ich habe Ingelheim-West exemplarisch gewählt. Auch in anderen Stadtteilen fährt der Bus ab 2019 mehr durch die Wohngebiete.

Wie im SWR1 und auch in der Allgemeinen Zeitung berichtet, häufen sich die Fälle von zum Teil schwer verletztem Wild in der Gemarkung von Groß-Winternheim. Wie der zuständige Jagdaufseher Erich Müller der Presse berichtete, seien im Revier von Groß-Winternheim in diesem Jahr so viele Wildtiere durch wildernde Hunde verletzt oder getötet worden, wie in den vergangenen 30 Jahren nicht mehr.

Ich habe eine Anfrage im Stadtrat gestellt und die Stadtverwaltung gebeten, zu den Vorkommnissen Stellung zu nehmen. Daraufhin hat das Ordnungsamt den Außenbereich rund um Groß-Winternheim intensiver besucht. Dann gingen die Beschwerden deutlich zurück. Es ist nun mal halt leider Tatsache, der Löwenanteil der Hundebesitzer verhält sich korrekt und ein paar Ausnahmen sorgen für einen negativen Eindruck.

Wir leben in Deutschland in einer christlichen Kultur. Bei uns ist es eine alte Tradition, Gebäude oder Gerätschaften, die der Öffentlichkeit dienen, bei der Inbetriebnahme zu segnen. Bei uns wird jedes neue Feuerwehrauto gesegnet. Warum also nicht auch die Gebäude, in denen wir uns täglich aufhalten? Zum Beispiel Schulen, Kindergärten und Verwaltungsgebäude. Was mich bei diesem Thema am meisten aufregt, ist die Tatsache, dass die Mitglieder anderer Religionen überhaupt kein Problem mit diesen christlichen Segnungen haben. Nur die Bürger aus unserem eigenen christlichen Bereich, wollen mit aller Gewalt Segnungen verhindern.

Warum können die Segnungsgegner nicht einfach akzeptieren, dass ein Segen ausgesprochen wird. Wenn sie daran nicht glauben: Gut, dann ist es halt so. Ein paar Worte, vielleicht ein Gebet. Sie können ja auch während dem Segen weg gehen, falls sie Angst haben davon Schaden zu nehmen. Wo liegt das Problem? Sie werden weder davon befleckt, noch entsteht ihnen ein Schaden. Alle fordern ständig Toleranz gegenüber Allem und Jedem. Diese Toleranz erwarte ich auch hier.

Als ich in Ober-Ingelheim aktiv nachhörte, wie die Anlieger zum Thema „Zwei Parkplätze für einen Fahrradständer zu opfern“ stehen, kochten die Emotionen der umliegenden Geschäftsleute und Kunden über. Alle Anlieger des Ober-Ingelheimer Marktplatzes waren echt sauer, als sie hörten, dass zwei von insgesamt neun Parkplätzen für den Fahrradständer geopfert werden sollen. In Ober-Ingelheim haben wir eine gewachsene Ortsstruktur mit allen nötigten Einzelhandelsgeschäften. Aber nur allein von den direkten Anwohnern kann der Einzelhandel nicht leben. Kunden, aus Ingelheim-West oder Groß-Winternheim und die vielen Handwerker, die sich hier täglich ihr Frühstück besorgen, werden mit Sicherheit nicht mit dem Fahrrad nach Ober-Ingelheim zum Einkaufen fahren. Sind keine Parkplätze da, bleiben auch die Kunden aus.

Deshalb sammelte ich in einer spontanen Aktion Unterschriften zum dem Thema „Keine Parkplätze für einen Fahrradständer in Ober-Ingelheim opfern“. Ich sprach Kunden, Passanten, Anwohner und Geschäftsleute an. Die Reaktion war grandios. Innerhalb von 12 Stunden haben 348 Bürger unterschrieben und zum Ausdruck gebracht: Wir brauchen jeden Parkplatz. Ich habe das Ergebnis meiner Blitzaktion Oberbürgermeister Ralf Claus vor der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am Mittwoch schriftlich übergeben. Ich bin überzeugt, hätte ich bis Anfang der nächsten Woche Zeit gehabt, wäre das Ergebnis doppelt bis dreimal so hoch ausgefallen.

Diese überwältigende Unterstützung konnten auch der OB und die Mitglieder der anderen Fraktionen nicht ignorieren. Die Parkplätze bleiben nun alle erhalten. Der einzige Wermutstropfen bei dieser Abstimmung war der nun von der Stadtverwaltung präferierte alternative Platz für den Fahrradständer. Während wir von der CDU für den Platz vor dem Alten Gymnasium (Stadtteilhaus) plädierten, muss nun der schmale Bürgersteig vor Tabak Bambach herhalten.

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