Ich musste heute Morgen mit Entsetzen feststellen, dass es in Ingelheim niemanden interessiert, wenn eine Alarmanlage fast zehn Minuten läuft. Da geht kein Fenster auf, geschweige denn es kommt jemand zu Hilfe oder ruft wenigstens die Polizei.

Ich hole jeden Morgen zwischen 5:30 Uhr und 8:00 Uhr Dialysepatienten, die nicht mehr selbst mit dem Auto fahren können, von Zuhause ab. Dazu habe ich als Firmenwagen ein ehemaliges Taxi, in dem noch immer der Panikknopf eingebaut ist. Nun ist es mir gestern Morgen um 6:30 Uhr in der San-Pietro-Straße passiert, dass ich aus Versehen auf diesen Knopf kam und schon ging die Alarmanlage mit allem was möglich ist los. Das Auto hupte und alle Lampen, inclusive der Innenbeleuchtung, blinkten rhythmisch und ich suchte verzweifelt den Abschaltknopf. Aber Pustekuchen, ich wusste zwar das er bei manchen Herstellern im Motorraum und bei anderen im Kofferraum ist, aber ich fand diesen Knopf einfach nicht. Nach ca. zehn Minuten, ich rechnete bereits mit einem Polizeifahrzeug, entschloss ich mich mit vollem Programm zum Bahnhof zu fahren, in der Hoffnung einen Taxifahrer zu finden, der weiß wie man den Alarm abschaltet. Ich hatte Glück. Ein einsames Taxi stand vor dem Bahnhof und der Fahrer wusste sofort wo der Abschaltknopf ist: Im Kofferraum unter einer Seitenklappe, wie soll man den denn finden? Aber Okay, ich war gerettet. Noch einmal Vielen Dank an den hilfsbereiten, technisch versierten Taxifahrer.

Aber warum schreibe ich das hier in aller Öffentlichkeit? Die Geschichte ist lustig und man schmunzelt über mich armen Tropf, der da kräftig geschwitzt hat. Aber was wäre gewesen, wenn ich wirklich Hilfe benötigt hätte? Wer hätte nachgesehen, warum die Alarmanlage losging? Wer hätte mir geholfen, wenn ich in Not gewesen wäre? Niemand.

Es ist schon sehr bedenklich, wie gleichgültig wir alle sind. Wir hören eine Alarmanlage, aber wir reagieren nicht. Sollen es doch die Anderen machen. Irgendwer wird schon helfen. Hoffentlich komme ich nie in die Situation, dass ich wirklich Hilfe brauche.

 

#Ingelheim, #Beaury, #Blog, #Notruf, #Taxi, #Alarmanlage

Weihnachtskonzert 001Während am frühen Sonntagabend, auf dem Weihnachtsmarkt rund um die Burgkirche, ein reges vorweihnachtliches Treiben stattfand, herrschte in der Burgkirche andächtiges Schweigen.  Eva Lind und die German Tenors verwandelten die wohlig warme, weihnachtlich geschmückte Burgkirche, in einen Konzertsaal. Begleitet von der Pianistin Ekaterina Schabanova präsentierten die beiden Tenöre Luis del Rio und Johannes Groß und die Sopranistin Eva Lind, teilweise solo, teilweise im Duett, bekannte Lieder aus Operette, Oper und Weihnachtslieder.

Für mich war das von Johannes Groß gesungene „Vaterunser“, der absolute Höhepunkt des ersten Teils. Auch das von Eva Lind vorgetragene „Ave-Maria“, war für mich Gänsehaut pur. Nach einer kurzen Pause ging es weiter mit einem bunten Strauß bekannter Operetten- und Opernmelodien. Als dann zum Abschluss des Konzerts das alte deutsche Weihnachtslied „Oh du fröhliche“ vom ganzen Saal intoniert wurde, war die Weihnachtsstimmung perfekt.

Was mir besonders gut gefiel, war die leichte beschwingte Stimmung dieser Stars, die sich ruckzuck auch auf das Publikum übertrug. Man merkte sofort, hier sind absolute Profis am Werk, die mit ihren grandiosen ausgebildeten Stimmen, ohne jegliche Technik, den Kirchenbau mit ihren Stimmen erfüllten und die Zuhörer in ihren Bann zogen.

Am Ende der Veranstaltung bekam jeder der beiden Tenöre vom Beigeordneten eine Flasche Ingelheimer Wein und Eva Lind bekam einen Blumenstrauß. Die Pianistin bekam ebenfalls eine Flasche Wein. Bei aller Gleichberechtigung, aber das geht ja wohl gar nicht. Ein zweiter Blumenstrauß, das hätte schon drin sein müssen.

 

#Ingelheim, #Beaury, #Blog, #Weihnachten, #Konzert

2018 11 09 Imker im StadtwaldDurch meine Vermittlung haben sich der Imker-Verein Heidesheim und unser Stadtförster Florian Diehl kennengelernt und kurzentschlossen ein gemeinsames Projekt aus der Taufe gehoben. Bei einer Einladung des Imkervereins Heidesheim erzählte mir der rührige Vereinsvorsitzende Manfred Axtmann, von einem geplanten Projekt, Bienen wieder ganz natürlich „verwildern“ zu lassen. Hierzu benötigt man eigentlich nur eine natürliche Behausung für die Bienen und gaaanz viel Zeit.

Bei einem Lehrgang des Ministeriums für Umwelt, Energie, Ernährung und Forsten des Landes Rheinland-Pfalz, hatten drei der Vereinsmitglieder einen Kurs zum Bau einer sogenannten „Klotzbeute“ erfolgreich absolviert. Eine Klotzbeute ist eine künstliche Bienenbehausung, die aus einem Baumstamm besteht, der ausgehöhlt wurde. Der Begriff der Klotzbeute stammt aus dem frühen Mittelalter, aus dem Bereich der Zeidler. Als Zeidlerei bezeichnete man den Beruf des Honigsammlers, wie er sich in WaldzeidlereiEuropa seit dem Frühmittelalter  ausgebildet hat. Gerade hier im Hunsrück und im mittleren Rheintal, war die Zeidlerei, durch den Waldreichtum, sehr verbreitet.

Ursprünglich suchten die Heidesheimer Imker einige große Bäume im Stadtgebiet, um ihre selbstgebauten Klotzbeuten aufzuhängen. Imker Franz Botens erklärte mir: “Da die Klotzbeuten sehr schwer sind, benötigen wir dickere Bäume, die das Gewicht auch tragen können“. In einer Höhe von 6-7 Metern werden die ausgehöhlten Baumstämme an einen Baum angehängt. Dann wird ein Bienenvolk „von Hand“ durch den Imker an die neue Behausung gebracht und wenn alles glatt läuft akzeptieren die Bienen den Bau und ziehen ein. Ab dann werden die Bienen sich selbst überlassen. Es wird kein Honig geerntet und keinerlei Eingriff vorgenommen. Jedes Jahr schlüpfen neue Bienenköniginnen, die ausfliegen und weitere neue Bienenvölker gründen.

Und genau hier setzte mein Vorschlag an. Warum im Stadtgebiet Bienenvölker halten, die unkontrolliert neue Bienenstöcke bauen und mit Sicherheit immer mal wieder für Probleme sorgen? Im Ingelheimer Stadtwald haben wir ca. 1200 ha Wald. Hier können sich die Bienen ungestört vermehren. Durch die große räumliche Ausdehnung des Waldes, erhoffen sich die Imker auch den Effekt, dass sich die gefürchtete Varroamilbe, die ganze Bienenstöcke vernichtet, auf natürliche Art und Weise verliert. Mein Vorschlag lautete also, ich mache die Imker mit unserem Stadtförster bekannt und wenn er mitzieht, können die Klotzbeuten im Ingelheimer Wald verstreut aufgehängt werden.

Florian Diehl plant schon seit Längerem Themenwanderwege durch den Ingelheimer-Stadtwald anzulegen. Mit den „Vogelfreunden-Ingelheim“ hat er bereits eine Station am Themenwanderweg „Natur und Umwelt“ realisiert. Nun kamen die Heidesheimer Imker mit ihrem außergewöhnlichen Wunsch zu unserem Stadtförster. Das passte. Beide Parteien waren sich innerhalb von zwei Stunden einig und so ganz nebenbei hatte auch Förster Diehls zweites Thema seinen Titel: „Wilde Bienen“. Hier sollen nun Klotzbauten an großen alten Bäumen aufgehängt werden und auf Schildern soll dem Wanderer das Thema nahegebracht werden.

 

#Ingelheim, #Beaury, #Blog, #CDU, #Bienen, #Stadtwald, #Klotzbeute, #Bienenstöcke

Gestern habe ich mich so richtig geärgert, Karten für ein Konzert im kING gekauft zu haben.

Aber vielleicht die ganze Geschichte von Anfang an: In den vergangenen Jahren haben Marshall & Alexander alle paar Jahre, meist in der Vorweihnachtszeit, ein Konzert in der Burgkirche gegeben. Das bekannte Gesangsduo besteht aus dem Bariton Marc Marshall und dem Tenor Jay Alexander, die auf ihren Konzerten Stücke aus Klassik und Pop präsentieren.

Als wir Anfang des Jahres die Anzeigen zum diesjährigen Konzert in Ingelheim sahen, haben wir sofort reagiert und bei einer überregionalen Verkaufsagentur zwei Karten bestellt. Sechste Reihe Platz 7 und 8. Super! Da kann ja nichts passieren. Beste Plätze. Von wegen.

Als wir in den ausverkauften Saal der kING kamen, mussten wir mit Enttäuschung feststellen, alle Stuhlreihen waren auf einer Ebene aufgebaut. Die bei der Eröffnung so hochgelobte Möglichkeit, den Saal in ein Theater oder Kino zu verwandeln, also jede Stuhlreihe quasi auf eine eigene Treppenstufe zu stellen, war nicht genutzt worden. Wir in der sechsten Reihe, konnten noch einigermaßen gut sehen was auf der Bühne passierte. Aber der Genuss, von einem erhöhen Sitzplatz bequem ohne Sichteinschränkung auf die Bühne schauen zu können, hatte sich hiermit erledigt, was zur Folge hatte, das andere Besucher genauso enttäuscht waren wie wir. Ich musste mir als Stadtrat mehrmals, mit Recht, anhören: „Klappt die Technik nicht oder warum wurde dieser tolle Saal wie eine Turnhalle benutzt“.

Ich kann das nicht verstehen, es gab bereits bei vergangenen Veranstaltungen immer wieder Beschwerden über die eingeschränkte Sicht bei ebenerdiger Bestuhlung. Die Stadtverwaltung hat zugesagt, das Team der IKUM anzuweisen, bei Konzerten, Schauspielen und Ballettvorführungen grundsätzlich die Theaterbestuhlung zu benutzen.

 

#Ingelheim, #Beaury, #Blog, #CDU, #kING, #MarshallUndAlexander

2018 10 31 Bosbach im kING 002Ich hatte am letzten Mittwoch eine Einladung zum Symposium „Aufbruch“ der Ingenieurkammer Rheinland-Pfalz in der Kultur und Veranstaltungshalle (kING), die ich auch sehr gerne wahrnahm. Als Gastredner waren Wolfgang Bosbach (CDU) und Dr. Volker Wissing (FDP) angekündigt.

Der Auftritt der beiden Politiker hätte 2018 10 31 Bosbach im kING 015unterschiedlicher nicht sein können. Dr. Volker Wissing, von seiner persönlichen Erscheinung eher unauffällig, aber fachlich sehr kompetent, stellte unter dem Thema „Innovation und Wettbewerb in internationalen Spannungsfeldern“ die aktuellen Chancen und Probleme des Rheinland-Pfälzischen Mittelstands in Europa dar. Er stellte mit einer gewissen Selbstsicherheit, die ihm sein Amt als Rheinlandpfälzischer Wirtschaftsminister verleiht, die aktuell sehr guten Wirtschaftszahlen von Rheinland-Pfalz, nüchtern aber auch mit unverhohlenem Stolz, vor.

2018 10 31 Bosbach im kING 001Wolfgang Bosbach hingegen, eloquent, weltgewandt, durch viele Talkshows und Interviews einfach auf dem politischen Parkett routiniert, wirkte genau als Gegenpol zu seinem Vorredner. Er stichelte gleich zu Beginn seines Vortrages mit einem leichten Augenzwinkern, dieses Wirtschaftsergebnis in Rheinland-Pfalz sei aber nicht nur der Verdienst der FDP, da hätten ja wohl auch ein paar andere Parteien mitgewirkt.

Sein Thema des Vortrages lautete „GroKo Reloaded – Worauf es jetzt in Deutschland und Europa ankommt“. Auch hier zeigte er ganz deutlich auf, dass das Prädikat „Made in Germany“ in der Welt noch immer ein Garant für technisch hochentwickelte Produkte sei, die aber auch ihren Preis haben. Deutschland generiert seine guten Absatzzahlen nicht durch niedrige Preise, sondern durch technisch ausgereifte Produkte.

Ein weiteres interessantes Thema war Herrn Bosbachs Ansichten zum Thema Brexit. Hier vertritt er eine klare Meinung: Tritt Großbritannien aus der Europäischen Union aus, muß es auch alle Konsequenzen tragen. Ein „Brexit-Light“ darf es auf keinen Fall geben, da andere EU-Lander sehr schnell dem Beispiel folgen würden und alle Vorteile der EU genießen, aber keinerlei Kosten oder Verantwortung übernehmen würden. Was zur Folge hätte, das die EU früher oder später auseinanderbrechen würde.

2018 10 31 Bosbach im kING 007

 

#Beaury, #Ingelheim, #kING, #GroKo, #Brexit, #Bosbach

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