Gestern, am Sonntag, war ich mal wieder so richtig sauer auf die deutsche Bundesbahn. Strahlender Sonnenschein, super Wetter alles fährt mit dem Fahrrad oder geht zu Fuß um das herrliche Wetter zu genießen. Am kleinen Bahnübergang in Ingelheim West stehen sich die Radler und Fußgänger die Beine in den Bauch. Die Schranke ist zu, alle paar Minuten kommt mal ein Zug vorbei aber die Schranke bleibt geschlossen. Der Bundesbahnmitarbeiter, der die Schranke per Videokamera überwacht, bleibt eisern. Nichts zu machen. Einzelne Radfahrer verlieren die Nerven und fahren Richtung Gau-Algesheim, um dort über die Bahnbrücke zu fahren. Andere umgehen die Schranken und laufen einfach über die Gleise. Kein schönes Beispiel für Kinder. Aber es passiert immer wieder. Ich warte schon seit Jahren darauf das es mal zu einem Unfall kommt. Für mein Laienverständnis kann es nicht sein, dass man nachmittags zwischen 10 und 20 Minuten am geschlossenen Bahnübergang steht und nichts passiert. Ich bin echt am Überlegen, ob es nicht einmal angebracht wäre, Unterschriften zu sammeln und eine entsprechende Eingabe bei der Bundesbahn zu machen. Sobald der erste an diesem Bahnübergang überfahren wird, wird sich ganz schnell was ändern und niemand versteht, wie es zu diesem Unfall kommen konnte.  

„Wir brauchen Bäume auf dem Stadtplatz“ wird immer wieder von einzelnen Leuten gefordert. Gestern konnte man sehr anschaulich sehen, was passieren würde, wenn wirklich Bäume auf dem Sebastian-Münster-Platz gepflanzt würden. Die Veranstalter von Donnerstags in der City hatten mitten auf dem Platz zwei große Sonnenschirme aufgestellt. Ich vermute die standen noch vom Nachmittagsprogramm, wurden aber vergessen wegzuräumen. Ihr könnt euch denken, da ist die Volksseele so richtig hochgekocht, weil allen die Sicht auf die Bühne genommen war. Nachdem sich einige massiv beschwert hatten, wurden die Schirme weggenommen und es herrschte wieder eitel Sonnenschein auf dem Platz.

Und die Moral von der Geschichte: Zwei große Sonnenschirme, die im Vergleich zu zwei Bäumen noch immer sehr klein sind, haben eine Veranstaltung, die im Sommer jeden Donnerstag hunderte Besucher in die Stadt lockt, massiv gestört. Was wäre, wenn wir zwei oder sogar mehrere schöne Bäume auf dem Stadtplatz pflanzen würden?

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Die Bingerstraße ist, verkehrstechnisch gesehen, einer Hauptlebensadern der Stadt Ingelheim. Laut einem Lärmgutachten, das die Stadt im Mai 2021 in Auftrag gegeben hatte, fahren pro Stunde am Tag 340 und in der Nacht 130 Fahrzeuge durch die Bingerstraße. Der gemessene Lärmpegel ist hierbei am Tag 67,3 dB. Der vom Gesetzgeber vorgegebene Auslösewert für Lärmschutzmaßnahmen beträgt 67 dB. Das heißt im Klartext wir überschreiten in der Bingerstraße den Auslösewert gerade mal um 0,3 dB. In der Nacht beträgt der vorgegebene Auslösewert 57 dB. Gemessen wurden 59,3 dB. Auch hier haben wir nur eine sehr geringe Überschreitung des gesetzlichen Wertes. Im Gutachten des Schalltechnischen Beratungsbüros Giering heißt es als abschließende Beurteilung „Durch die Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h kann rechnerisch eine maximale Pegelminderung von 2,4 dB am Tag und Nachtzeitraum erreicht werden“. Wir haben vor zwei Jahren, im Umweltausschuss aufgrund dieses Ergebnisses dieses Thema zu den Akten gelegt.

Laut einem aktuellen Gutachten des ADAC hat es sich gezeigt, daß in Städten, die die Hauptstraßen zu 30-ger Zonen gemacht haben, der Verkehr einfach auf die Nebenstraßen ausweicht. Es ist ja dann egal ob ich mit 30 Km/h auf der Hauptstraße oder durch dein Wohngebiet fahre.

Es wird immer wieder Argumentiert die Anlieger wollen eine 30-ger Zone. Laut Statistik haben 77 % der deutschen Haushalte mindestens ein Auto. Was will denn die Mehrheit?

Die Mehrheit der Deutschen fliegt in Urlaub, aber keiner will den Flughafen haben. Jeden stört die Autobahn oder die Bahnlinie, aber Jeder benutzt sie.

Die Bingerstraße ist, wie bereits gesagt, eine der Haupteinfahrtsstraßen von Ingelheim. Wird die Geschwindigkeit quasi halbiert, heißt das im Gegenzug die Fahrzeuge benötigen fast doppelt so lange für ihre Fahrt. Für die rechnerisch minimale Einsparung der Geräuschentwicklung nehmen wir es aber in Kauf, dass wir einen künstlichen Stau erzeugen, indem wir den fließenden Verkehr behindern. Ein praktisches Beispiel kann man hierzu täglich in Finten sehen. Auch ist es mittlerweile offensichtlich, dass sehr viele Geschäfte in der Mainzer Innenstadt leer stehen, da die Kunden die Innenstadt meiden und lieber in die Einkaufszentren rund um die Stadt fahren. Hier gibt es keine Verkehrsbeschränkung und man kann problemlos direkt vor dem Laden parken. 

Jeder Versuch eine Straße in eine 30-ger Zone umzuwandeln, wird immer damit begründet, es soll der Lärm und die Umweltbelastung reduziert werden. Da Deutschland sich ja das Ziel gesetzt hat, in den nächsten Jahren nur noch Elektroautos zuzulassen, fällt doch die Argumentation für 30-ger Zonen weg, denn Elektroautos sind geräuschlos und produzieren, zumindest beim Fahren, keine Umweltbelastung.

Aus meiner Sicht ist es eine Frage der Zeit, bis der erste Schüler am Kreisel neben dem Boehringer-Parkplatz P7 von einem Auto verletzt wird. Sie fragen sich bestimmt wie ich zu dieser Behauptung komme. Hierzu meine Erklärung:

Wenn man von Ingelheim-West über die Bingerstraße (Hochstraße über die Bahngleise) auf den Kreisel am Boehringer-Parkplatz P7 zufährt, ist direkt am Kreisel eine einfache Überquerungshilfe. Die beiden anderen Kreisel-Zu- und Abfahrten sind mit einem Zebrastreifen versehen. Zusätzlich ist der Zebrastreifen vor dem Gelände der Rheinhessischen auch noch mit einer Ampel versehen, die eigentlich von den Schülern benutzt werden soll.

Da ich täglich mehrmals zu allen Zeiten in diesem Bereich mit dem Auto unterwegs bin, fällt es mir täglich auf, dass die Schüler, die von West kommen, mit ihren Fahrrädern einfach über die Überquerungshilfe fahren und darauf vertrauen, dass die Autofahrer anhalten. Aus meiner Sicht ist es eine Frage der Zeit, bis es hier zu einem Unfall kommt.

2022 01 13 Neuer Elektrobus 001Heute habe ich den Ersten von acht bestellten Elektrobussen der Stadt #Ingelheim im Busbahnhof gesehen und ich muß sagen: Der sieht Bus sieht wirklich toll aus, zugegeben etwas futuristisch, aber absolut schick.

Vor ca. sechs Jahren (2016) wurde der #ÖPNV-Workshop der Stadt Ingelheim gegründet. Der Workshop bestand aus Mitgliedern der Stadtverwaltung, dem beauftragten Planungsbüro und jeweils zwei Vertretern aller politischen Parteien, die damals im Stadtrat vertreten waren. Hans-Richard Palmen und ich gehörten als Vertreter der #CDU diesem Arbeitskreis an.

In vielen Sitzungen wurde das neue #ÖPNV-Konzept der Stadt #Ingelheim immer weiterentwickelt. Das erste sichtbare Ergebnis war der neue Fahrplan der Stadtbusse, der im 2022 01 13 Neuer Elektrobus 003vorletzten Jahr eingesetzt wurde. Im Anschluss wurden begonnen alle Bushaltestellen nach aktuellem Stand der Technik umzurüsten. Der Bau von Bushäuschen ist momentan immer noch in Arbeit. Der letzte Baustein ist der Einsatz der #Elektrobusse. Ehrlich gestanden war ich lange Zeit sehr skeptisch, gleichzeitig alle Stadtbusse in Ingelheim auf Elektroantrieb umzustellen. Ob die Versprechen des Herstellers im Alltagsbetrieb nun wirklich gehalten werden, wird sich in den nächsten Wochen zeigen, wenn die Busse im täglichen Einsatz sind.

2022 01 13 Neuer Elektrobus 006Unumwunden muss ich zugeben, dass ich schon ein bisschen stolz bin, aktiv an der Entwicklung unseres Stadtbusnetzes mitgearbeitet zu haben. Auch möchte ich unserer Bürgermeisterin Eveline Breyer ein dickes Lob aussprechen, die in diesen sechs Jahren den gesamten Prozess nicht nur geleitet, sondern auch durch alle anstehenden Ausschreibungen und Vergabeverfahren gebracht hat. #Beaury

 

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